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Schneeupdate und Lawinensituation Arlberg

Traurig schauts aus am Arlberg, so wie in den meisten Skigebieten in den Alpen. Heute war ich am Trittkopf mit Fellen unterwegs. Im Ort hat es 15 cm Schnee. Auf 2000m ca. 30-40 cm und ab 2300m sind eigentlich normale Schneemengen für den Frühwinter vorhanden. Für eine Pistenskitour hat es am Trittkopf genügend Schnee. Man kann ohne Steinkontakt direkt bis nach Zürs abfahren.
Schneedeckeninfo: Bis 2000m ist sehr wenig Schnee vorhanden, Büsche, Sträucher und Gras schaut heraus, die Rinnen und Mulden sind Schneegefüllt. Die Schneedecke ist feucht bis auf den Boden. Die Regenschicht ist massiv und obendrauf sind 5 cm pulvrig, filziger Schnee. Ab 2200 m bis in den Gipfelbereich liegt ausreichend Schnee. Der Schneedeckenaufbau ist jedoch sehr schlecht. Bodennahe Schwimmschneeschichten wechseln mit dünnen Eislamellen bis zu der massiven Regenschicht vom Donnerstag 18.12.(bis ca. 2500m).  Der ganze Aufbau unterhalb der letzten Regenschicht ist hohl und lose. Darüber gibt es dann ein gebundenes Schneepaket von anfänglich 10cm bis zu 40-50 cm ab 2400m. Es sind viele Selbstauslösungen bis auf die Bodenschichten zu beobachten. Aber alle Selbstauslösungen sind nur in extrem steilem Gelände zu finden. Beim Aufstieg ab ca. 2200 immer wieder Wummgeräusche, Rissbildungen, und kleinere Schollen. Massive Setzungsgeräusche kurz unter der Antenne. Bis dahim konnten wir uns über abgeblasene Rücken und grasigen Stellen hinaufschwindeln. Auf 2500 war dann für uns Endstation. Der etwas flacher Gratrücken war eingeweht und nicht mehr abgeblasen (ca. 40cmTriebschnee). Zeit zum Umkehren.
Beurteilung: Ein schneller ECT Test hat die Regenschicht als Gleithorizont bestätigt. Ungünstig: Auslösebereitschaft und Bruchfortpflanzung sind hoch, Günstig: die warmen Temperaturen und die gute Verzahnung von Regenschicht und Triebschnee bis 30°Steilheit.
Generell hat der Arlberg sehr schlechte Verhältnisse zu bieten. Dort wo das Skifahren einigermaßen Spaß macht (zwischen 2200-2700m) ist es auch am gefährlichsten.
Besonderheit für den Arlberg: selbst die Standardvarianten sind unverspurt.  Beim ersten größeren Schneefall also keine begünstigte Situation im Variantenbereich! (wie sonst hier üblich, im flächendeckend verspurtem Gelände)